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        <name>RiddlingRacks - Rüttelbretter, Rüttelpulte, Weinregale</name>
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    <updated>2026-04-29T23:17:16+02:00</updated>
    
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            <title type="text">Das perfekte Geschenk</title>
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                                            Wie jedes Jahr frage ich mich in diesen Tagen, was das perfekte Geschenk für meine Lieben sein könnte. Für mich ist ohne Zweifel unser Findelkind Nero das größte Geschenk. Aber Tiere sollten natürlich nie verschenkt werden. Meine Suche nach guten Ideen für Weihnachtsgeschenke ...
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                 Das perfekte Geschenk 
 Wer kennt sie nicht, die Suche nach dem perfekten Geschenk? 
 Suchmaschinen wie Google werden täglich millionenfach gefragt, was ein passendes Geschenk für einen speziellen Anlass ist. Einen Grund zum Schenken gibt es immer: Ob das Jubiläum, der Ein- oder Ausstand, die Pensionierung, die Einweihung eines Ladenlokals, sämtliche religiösen und kommerziellen Festtage, der Hochzeits-, Mutter-, Jahres-, Namenstag oder der Geburtstag, um nur einige zu nennen. Und irgendwer hat doch eigentlich immer Geburtstag – und wenn es das Christkind ist. Der Mensch schenkt gerne. Und die meisten Menschen werden auch gerne beschenkt. 
  Aus diesem Grund frage ich mich mehrfach pro Jahr: Was soll ich schenken, auch weil ich das Schenken nicht als lästige Pflicht, sondern als etwas wunderschönes betrachte, das anderen Menschen einen Glücksmoment vermitteln sollte. 
 Leider hat sich Google in der Vergangenheit selten als hilfreich erwiesen. Deswegen habe ich mir intensiv darüber Gedanken gemacht, wie man sich dem perfekten Geschenk annähern könnte. 
 (ACHTUNG Spoiler-Alert: Natürlich wird der Text darauf hinauslaufen, dass Sie das perfekte Geschenk – zumindest das perfekte Geschenk für einen Weinliebhaber – in meinem Shop finden; aber soweit sind wir noch nicht...) 
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 Ich bin zu folgenden Erkenntnissen gekommen: 
 Folgende Aspekte des guten Geschenks halte ich für wesentlich, wenn Sie im richtigen Verhältnis zueinander und zum Präsent stehen: Der  Bedarf  des Beschenkten und dessen  Geschmack , aber auch der des Schenkers, sowie der  Anlass . 
 Wenn ich nach einem Geschenk suche, ist für mich persönlich wichtig, dass ich das Geschenk auch selbst mag, ansonsten kann ich es ja nicht mit der gleichen Freude verschenken. Allerdings hat dies in der Vergangenheit auch schon dazu geführt, dass ich mich von dem Geschenk nicht mehr trennen wollte. 
 Der Kühlschrank 
 Vor vielen Jahren erwarb ich einen gut 50 Jahre alten klassichen Zug-Griff-Kühlschrank der Marke Bosch, den ich in einer Kleinanzeigen-Zeitschrift gefunden hatte – ja, die Geschichte ist schon etwas länger her, das Internet war damals noch nicht so stark auf Konsum ausgelegt – und meiner Schwester zum Geburtstag schenken wollte. 
 Sie war damals gerade umgezogen und richtete die neue Wohnung ein. Sie hatte eine Ecke im Wohnzimmer frei, an dem Sie genau so einen Kühlschrank-Klassiker aufstellen wollte. Dieses Geschenk wäre perfekt gewesen. Ich war stolz wie Bolle über meinen Fund. Der Anlass rechtfertigte den Umfang des Geschenks, Schenker und Beschenkter gefiel das gute Stück und es war sogar ein konkreter Bedarf vorhanden. Aber das Problem war hier: Ich fand diesen Kühlschrank schlichtweg zu schön. (Und komme bei näherer Betrachtung bei dieser Erinnerung nicht gut weg. Zum Glück hat meine Schwester so viel zu tun, dass sie diesen Text hoffentlich nie liest. Denn sie kennt diese Geschichte gar nicht. Ich erwarb ihr damals einen sehr schönen Beistelltisch, der auch schon ein halbes Jahrhundert alt war und sich gut in ihre Wohnung einfügte. Den Kühlschrank hat sie natürlich später bei mir gesehen – aber sie ahnt nicht, dass er ursprünglich für sie bestimmt war. Das hoffe ich zumindest.) 
 Das Küchengerät war so gut erhalten – er sah aus wie frisch aus einem 50er Jahre Haushaltsartikel-Kaufhaus erworben - so dass ich mich nicht mehr trennen konnte. Das laute Klicken beim Ziehen am Verschluss-Riegel und das satte schmatzende Geräusch beim Zuwerfen der Tür war einfach zu schön, um darauf in Zukunft zu verzichten. Und es war kaum vorstellbar, dass es irgendwo auf der Welt einen weiteren baugleichen Kühlschrank in diesem hervorragenden Zustand gab. Das gute Stück gibt es übrigens noch immer, und auch über 20 Jahre später freue ich mich noch immer (und bei nüchterner Betrachtung viel zu oft) über die besagten Geräusche beim Öffnen und Schließen. 
 &amp;nbsp; 
 Es muss also etwas sein, von dem man sich auch wieder trennen kann. Was ist also mit Geld? Geld kommt, Geld geht und von Geld muss man sich viel zu oft und viel zu schnell trennen. Ob man mag oder nicht. 
 Das Geldgeschenk 
 Geld kann ein gutes Geschenk sein. Aber ist es auch ein perfektes Geschenk? Zwar mögen Schenker und Beschenkter Geld oft sehr und man kann die Geldmenge auch auf den Anlass abstimmen. Aber der etwaige Bedarf wird lediglich mittelbar befriedigt. Geld ist sozusagen ein Versprechen, sich kaufbare Wünsche erfüllen zu können. Im besten Fall. Oft landet Geld allerdings humorlos im Portemonnaie und der Beschenkte führt es mit dem „alten“ Geld zusammen. 
 Mir persönlich fehlt bei Geldgeschenken außerdem die „Emotion“, auch wenn ich gestehe, dass ich als Kind sehr große Emotionen hatte, als man mir ein riesiges 5 Mark Stück in meine Hand drückte, das ich auf der Dorfkirmes in Chips für das Autoscooter einlöste, oder als ich ein für unsere Verhältnisse obszön großes Geldgeschenk zum 18. Geburtstag erhielt, mit dem ich mir einen gleichaltrigen VW Käfer leisten konnte. Aber hier standen die jeweiligen Kauf-Zwecke im Vordergrund. Es war also mehr ein Gutschein als „nur“ Geld. Wenn man also Geld verschenkt, kann man das sehr Geschenk emotional aufwerten, indem man dem Beschenkten ausdrücklich in einem Bedarf unterstützt, den man mit Geld kaufen kann. 
 Unangemessene Wünsche 
 In vielen Fällen passt es aber nicht zum Anlass oder zum ausdrücklichen Wunsch des Beschenkten. Wer kennt es nicht: Das viel zu teure Geschenk auf der Wunschliste des Kindes, Patenkindes oder des Neffen, der Nichte, des Enkel oder der Enkelin. Wenn das neue Smartphone 12 auf jener Liste steht, ist der Bedarf zunächst einmal vorhanden. Wodurch auch immer er angeregt wurde. Schenker und Beschenkter finden das Produkt dann vielleicht auch gut (weil beide die tolle Werbung gesehen haben und der Style sie anspricht oder das Highend Gerät als besonders sicher und qualitativ hochwertig bewerten), aber der Anlass und das Alter rechtfertigen selten Tausend-Euro-Geschenke. (Wer hier anderer Ansicht ist, ist ganz besonders herzlich in meinen Shop eingeladen ;-).) 
 Der Schaden, den ein Kind/Jugendlicher übrigens nehmen kann, wenn es nicht zu den wenigen seiner Altersklasse gehört, die ein Hochpreis-Handy besitzen, ist selten größer als der, den man mit unverhältnismäßig teuren Geschenken anrichten kann. Vielleicht bin ich da zu konservativ. Aber mir gefällt es nicht, wenn ein Bub oder ein Mädel von vielleicht 14 Jahren, ein Handy besitzt, das 25 Mal soviel kostet, als er/es monatlich an Taschengeld erhält, mit dem eigentlich der vernünftige Umgang mit Geld gelernt werden soll. Das kann ein Konsumverhalten antrainieren, das die Grundlage vieler Kreditanbieter ist. 
 Jetzt kann der Beschenkte aber auch vernünftig sein und zur Erfüllung seines ganz großen Wunsches auf Vielfalt und Menge an Geschenken verzichten und sogar noch dazu bereit sein, die eigene Spardose für das teure Geschenk zu opfern. 
 In so einem Fall ist Geld in meinen Augen ein relativ perfektes Geschenk, zumal der Beschenkte maßvoll dabei unterstützt wird, durch viele (Geld-)Geschenke der Erfüllung eines großen Wunsches möglichst nah zu kommen. 
 In glückliche Augen sehen (Theorie und Realität) 
 Trotzdem bin ich kein großer Freund von Geldgeschenken, weil hierbei die Zeremonie des Auspackens und die direkte Freude am Geschenk zu kurz kommt. 
   
 Und wie wohl jeder von uns möchte ich dann in glückliche Augen schauen. Ok, zugegeben, das ist mir nicht immer gelungen. Vor vielen Jahren schwärmte meine Freundin von einem tollen Reinigungsgerät der Firma Kärcher. Um ganz sicher zu gehen, frug ich ein paar Wochen vor Weihnachten, ob Sie gerne einen so coolen Hochdruckreiniger hätte. Eher beiläufig und und unverfänglich. Zu ihrem Unglück bejahte sie die Frage. 
 Noch heute muss ich mir die Geschichte anhören, wie sie Weihnachten einen Hochdruckreiniger unter dem Baum fand. Ich fand das Geschenk eigentlich ziemlich perfekt. Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass es noch andere Geschenke gab. Trotzdem war die Enttäuschung groß und später auch der Spott. Seitdem werde ich stets skeptisch angesehen, wenn ich sie um Geschmacks-Rat bitte. Insbesondere in den Adventswochen. 
 &amp;nbsp; 
 Vereinswechsel 
 Auch dieses Jahr steht übrigens eine kleine Enttäuschung an: Mein Patenkind hat vor Wochen geäußert, dass er nicht mehr Fan einer Mannschaft sein möchte und zukünftig lieber die Mannschaft unterstützt, die ich mag.  Die spielen mir zu schlecht , so das Knallhart-Urteil des 10-Jährigen. Als ich das erfuhr zögerte ich keine Sekunde und bestellte ihm ein Trikot seiner neuen Mannschaft, um ihn in seiner Entscheidung zu unterstützen. Auf dem Rücken die 11 und der Name der lebenden (und noch immer spielenden) Vereinslegende. 
 Ein perfektes Geschenk. Zumindest in meinen Augen. - Ausschließlich in meinen Augen. 
 Kurze Zeit später erfuhr ich, dass der Junge seinen Vater nur ärgern wollte, der wiederum Fan einer anderen Mannschaft ist, auf die er ja auch hätte „überlaufen“ können. Auf meine Nachfrage hin ist er nun weder Anhänger, der von mir bevorzugten Mannschaft, noch kennt er die besagte Spielerlegende. Er wäre seiner Mannschaft weiter treu. 
 Die Treue finde ich ja eigentlich auch ziemlich gut, gerade angesichts seines Alters, denn die Verbindung zu einem Verein sollte niemals nur am Erfolg hängen. Als Notlösung hab ich nun eine große Fahne seines Vereins gekauft und werde das Trikot darin einwickeln. Das könnte dann zumindest für einen kurzen Moment der Freude sorgen. (Ein Umtausch ist leider nicht möglich, da ich das gute Stück in den USA bestellt hatte.)&amp;nbsp; 
 Ich hätte ihm auch Geld für ein Trikot seiner Wahl schenken können oder einen  Gutschein . Der ist auch immer eine gute Wahl und laut Umfragen sogar eines der beliebtesten Geschenke, weil man mit einem Gutschein auch noch Vorfreude verschenkt. So hätte ich keinen Fehler machen können. Trotzdem ist mir das Auspacken lieber und im Zweifel steht mein eigener Geschmack in Zukunft auch mal hinten an. Es sei denn es geht um (Spielzeug-) Waffen oder Produkte von künstlich aufgewerteten Vereinen wie Manchester City. Man verschenkt halt nichts, das andere auf Abwege bringen könnte ;-). 
 Die Suche geht weiter 
 Vielleicht muss man noch ein paar mehr Parameter dazu nehmen, um das perfekte Geschenk zu finden. Die Zeit, in der man sich befindet (z.B. Winter, Lockdown) und natürlich auch die Kultur der Menschen, die man beschenken möchte. 
 Von syrischen Freunden haben ich vor ein paar Jahren erfahren, dass man in Syrien, dem kriegsgeplagten Land, das sie verlassen mussten, zum Valentinstag immer einen speziellen Stoff-Teddy verschenkt hat bzw. noch immer verschenkt. Ein ausgesprochen teures Stück einer ganz bestimmten Marke. Jedes Jahr. So einfach (und langweilig) kann Schenken sein, wenn man es sich leisten kann. 
 Seit gestern leben wir wieder in einem harten Lockdown in Deutschland, den ich persönlich aufgrund meiner Lebensweise gar nicht als so hart empfinde, auch wenn mein Mitgefühl allen Menschen gilt, die keine regelmäßigen Einkünfte mehr und/ oder anderweitig viel mehr Einschränkungen ihres Alltags haben, als es der Lockdown mir beschert. 
 Wie im April sind nun wieder Geschäfte geschlossen, die nicht als systemrelevant gelten. So auch erneut die Friseur-Salons. Insofern wäre das perfekte last minute Weihnachtsgeschenk 2020 möglicherweise ein Haartrimmer, oder ein Haarpflege-Set. 
 Im April habe ich mir im Garten selbst die Haare geschnitten – über das Ergebnis war selbst meine Friseurin erstaunt. Ich hatte ihr natürlich gleich Fotos geschickt. Bei meinen relativ kurzen Haaren reichte hierzu ein justierbarer Bart-Trimmer sowie eine ruhige Hand und zwei Spiegel aus. 
 Jetzt haben sich die Haushalte aber vielleicht schon im Frühjahr mit „Haarschneide-Geräten“ eingedeckt. Also muss man weiter suchen, wenn man kurzfristig noch das perfekte Weihnachtsgeschenk in Zeiten von Covid-19 finden möchte. 
 Wie wäre es denn mit den Frühjahrs-Verkaufs Boomern? 
 Natürlich ist ein Jahresvorrat an herrlich weichem Toilettenpapier kein adäquates Weihnachtsgeschenk. Auch wenn es mit Blick auf April schon ganz gut passen würde. Im Frühjahr musste ich zeitweise auf das rauhe einlagige Papier umsteigen und fühlte mich an meine Kindheit erinnert. Da kann eine eiserne Reserve im harten Lockdown nicht schaden. Aber der Witz dahinter hat inzwischen einen recht langen Bart und Witze mit Bart sind selten lustig. 
 Hygieneartikel zeugen in meinen Augen ohnehin nicht von großer Kreativität und können – vielleicht mit Ausnahme von Parfums und Aftershaves – von empfindlichen Gemütern als Wink mit dem Deo Stick missverstanden werden. Wir wollen in fröhliche Augen sehen und nicht in ein Gegenüber, dass reflexhaft seine Armbeugen kontrolliert. 
 Also natürlich kein Toilettenpapier für den Deutschen, keine Verhüterli für den Italiener und auch kein Wein für die Französin. 
 Moment: Wein! Warum eigentlich nicht!? 
 Die Weinflasche ist ein Geschenke-Klassiker und man kann ihn - zumindest an Erwachsene, die nicht unter einem Alkoholproblem leiden - gut verschenken. Auch an Nicht-Franzosen. Und Wein wird mit zunehmendem Alter immer mehr zum perfekten Geschenk, zumal in der Regel die Anzahl der Weinfreunde zunimmt und es eine große Angebots- und Preisspanne gibt. Noch besser ist bei festlichen Anlässen Champagner – und das schreibe ich nicht nur, weil es ein tolles Keyword für einen Blog-Text ist -, denn ich mag Champagner! Ich trinke ihn auch öfter mal ganz ohne großen Anlass. Und das nicht, um mir zu zeigen oder zu suggerieren, wie gut es mir geht, sondern um ihn einfach zu genießen, wenn ich das Gefühl habe, Genuss zu benötigen. Wenn die feine Perlage unter der Nase tanzt und dabei der individuelle Geruch aufgenommen wird, wenn der feine Geschmack die Geschmacksnerven trifft und der Alkohol auf angenehme Weise in den Kopf steigt, setzt bei mir automatisch ein Gefühl der Entspannung ein. 
 Ich bekomme von Pol Roger kein Geld dafür, dass ich mich als Freund dieser Marke erkläre, seit ich ein paar Jahre lang von einem Mitarbeiter dieses Herstellers Rüttelbretter erworben hatte und jeder Kauf in seinem kleinen Gartenhaus-Refugium zelebriert wurde, das voll gestellt war mit Schildern, Körben und Flaschen verschiedener Champagnerhäuser. Ein wirklich schöner Ort. Dort wurde stets eine Flasche Champagner aus dem Kühlschrank genommen und wir tranken ihn gemeinsam aus, ehe ich mich leicht beschwingt mit meinem VW Bus, den ich damals noch fuhr, auf den Heimweg machte. Klar, es ist immer viel charmanter, die kleinen Champagner-Häuser zu erwähnen, von denen es unzählig viele und viele sehr gute gibt, die ganz hervorragenden Perlwein produzieren. Und das mache ich auch gerne, denn Blondel macht einen hervorragenden Champagner Ebenso wie sein Nachbar Pierre Trichet, der die Marke kürzlich übernommen hat. Aber zu Pol Roger habe ich eben nicht nur diesen Bezug mit sehr schönen Erinnerungen, sondern der Champagner hat einen besonderen Eigengeschmack, der mir persönlich am allerbesten gefällt von allen Champagnern der normal- oder mittelpreisigen Marken, die ich je habe kosten dürfen. 
 Und Wein- oder Champagner passen ja auch wunderbar in den Winter. Es passt zu Silvester, es passte zu Anlässen wie Weihnachten und am Ende passt es auch sehr in die Zeit, in der wir viel zuhause sein werden. 
   
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 Wohin mit all dem Champagner und Wein? 
 Wie lagert man ihn am besten, so dass er auch noch nach Wochen oder Monaten gut schmeckt? Wie lagert man Wein über Jahre, wenn die Menge einfach zu groß oder der Lockdown schlicht zu kurz sein wird? Wo lagert man seine Unmengen an Sekt, Wein und Champagner, die man aus gesundheitlichen Gründen und weil man gewissenhaft gewarnt wurde, nicht in zu großen Mengen vertilgen möchte? (Achtung Warnung: Zu viel Alkohol ist nicht gesund und macht in Maßen genossen auch deutlich mehr Freude! Bedenklich wird es, wenn Enspannung mit dem Genuss von Alkohol assoziiert wird!) 
 Die Antwort versteht sich ja von selbst: Natürlich in einem schönen Rüttelbrett oder in einem soliden Rüttelpult. Und das sollte ohne Frage – Sie ahnen es – von  RiddlingRacks sein . Denn  RiddlingRacks  steht für Freude, für Authentizität und vor allem für tolle Qualität aus Frankreich. 
 Sie sehen, ich habe nicht zu viel verraten und wollte auch die nicht enttäuschen, die schon bei der Überschrift eine Vorahnung hatten. 
 &amp;nbsp; 
 Sie haben sicherlich trotzdem erkannt, dass die Überleitung zu meinen Rüttelbrettern ein wenig hölzern - und nicht ganz ernst gemeint - daher kam. Denn die Frage nach dem perfekten Geschenk habe ich leider nicht beantworten können und auch nicht entschlüsselt, welche Faktoren man beachten muss. Ich wünsche Ihnen dennoch viel Freude und ein gutes Händchen beim Schenken. Und machen Sie sich nicht zu viele Gedanken, ob ein Geschenk perfekt ist: Manchmal ist das doch gar nicht so wichtig; die Hauptsache ist doch, man hat einander gedacht. 
 Haben Sie alle eine schöne Weihnachtszeit trotz geschlossener Geschäfte. Sie finden viele tolle Geschenke auch online im Internet. Wir müssen ja nicht unbedingt (zumindest nicht zu viel) über die großen Plattformen beziehen. Kaufen Sie doch bei kleinen Händlern, die sich viel Mühe geben, wenn man Sie anschreibt oder Fragen hat und sogar Steuern bezahlen. 
 Am Ende darf es auch der beliebte Gutschein sein 
 Vielleicht wird es ja ein Gutschein für ein ganz besonderes Event, das Sie mit Ihren Lieben machen möchten, wenn die Corona Zeit es wieder zulässt oder gar vorbei ist. Vielleicht ein Gutschein eines Restaurants für einen gemeinsamen Besuch. Oder für ein Konzert- oder Theaterbesuch oder für eine Reise. Denn gerade diese Branchen haben besonders gelitten in den letzten Monaten.  Die Rüttelbretter haben Zeit. Die laufen nicht weg. Und natürlich laufe ich nicht weg und bin auch 2021 für Sie da. 
 Kommen Sie gut ins neue Jahr und bleiben Sie gesund und durstig. 
 Von 2020 und von Ihnen verabschiede ich mich mit den schönen Worten aus Italien „Tutto andra bene!“ - Alles wird gut! 
 Ihr Michael Ditzel (im Dezember 2020) 
   
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                            <updated>2020-12-18T13:30:00+01:00</updated>
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            <title type="text">Champagne-Touren in Zeiten von Corona und Covid-19</title>
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                                            Im Mai konnte ich nach mehreren Monaten endlich wieder nach Frankreich reisen. Dank Beendigung des strengen französischen Lockdowns in der Region Grand Est und dank der Sondergenehmigung für Gewerbetreibende.
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                 Vom Privileg trotz Reisebeschränkungen und geschlossener Grenzen &quot;reisen&quot; zu können. 
 Das Dokument zum Selbstausdrucken als Eintrittskarte nach Belgien und Frankreich 
 Die Sorgen waren groß im März, als Corona über Europa kam und die grausamen Bilder aus Italien und Frankreich um die Welt gingen und in unsere Wohnzimmer gelangten. Neben dem Mitgefühl mit unseren Nachbarn, umtrieb mich auch die Sorge um die Gesundheit der eigenen Familie. Irgendwann viel später kam dann auch die Frage auf, was nun mit meinem kleinen Geschäft wird. Gerade weil die Region  Grand Est  in Frankreich zur tiefroten Zone erklärt wurde. Die Champagne liegt ganz im Westen dieser Region, die sich von Belgien bis hinunter ans Dreiländereck bei Basel zieht. Auch wenn das &quot;Epizentrum&quot; der Epidemie weiter östlich um Straßburg herum lag, wurde &quot;Grand Est&quot; in jeder Hinsicht geschlossen. Während ich mit vielen Freunden in Italien Kontakt gehalten hatte und wusste, dass es ihnen allen gut ging, hatte ich Vorstellungen davon, wie sehr es den Betreiber der Fabrik Leban und seine Familie und Mitarbeiter getroffen hatte. 
 Mails blieben unbeantwortet&amp;nbsp;&amp;nbsp; 
 Meine Anfragen per E-Mail wurden nicht beantwortet. Irgendwann kam dann die Antwort über eine Textnachricht auf meine Mobil-Telefon. Allen ginge es gut. Die ländliche Gegend sei kaum betroffen. Der Betrieb sei aber auf unbestimmte Zeit geschlossen. 
 Das war erst einmal die Hauptsache, denn ich hatte noch genügend Ware auf Lager und das Geschäft stand ohnehin still. Während einige Konsumgüter sich reger - und nicht immer rationaler - Nachfrage erfreuten, war das Rüttelbrett vorübergehend nicht sehr hoch priorisiert bei den Konsumenten. Dafür hatte ich natürlich Verständnis, denn so ein exklusives Weinregal ist dann am Ende des Tages eher ein Luxusgut von vergleichsweise geringer Systemrelevanz.&amp;nbsp; 
 Wochen später kam dann endlich die Teilentwarnung, dass die Fabrik zwar wieder produzieren dürfe, aber noch keine Käufer in Empfang nehmen könne. Inzwischen machten sich die ersten Engpässe bemerkbar und ich hatte von verschiedenen Rüttelbrettern nur noch eine ganz geringe Anzahl. Also machte ich ein paar Bestellungen, die ich abholen wollte, sobald dies möglich war. Irgendwann nach ein paar Wochen war die Bestellung gefertigt und es durften auch wieder Kunden in die Fabrik kommen. Die für jedermann zugänglichen Internetseiten hatte ich inzwischen gefunden, auf denen man ein paar Fragen ankreuzt und sich das Dokument zur Einreise nach Belgien und Frankreich selber ausdrucken kann. Es war etwas merkwürdig, dass man weder Gewerbeschein noch sonstige Nachweise mit sich führen musste. Ich packte einfach alles zusammen und machte mich dann endlich auf die Reise. Zum ersten Mal nach einer ungewollt um 2 Monate verlängerten Winter-Pause von inzwischen einem halben Jahr.&amp;nbsp; 
 Kontrollen nur in Belgien 
 Etwas aufgeregt war ich schon, denn ich hatte Bedenken, dass den Grenz-Beamten meine &quot;Dienstreise&quot; in Zweifel stellten und ich irgendetwas nicht beachtet oder vergessen hatte. Umso unaufgeregter verlief die erste Grenzkontrolle nach einer knappen Stunde an der Grenze nach Belgien. Ein flüchtiger Blick auf den Stapel an größtenteils nicht erforderlichen Dokumente, ein kurzes  &quot;C`est bien!&quot;  und eine knappe Winkende Bewegung. Das war es schon. Bei der zweiten Abhol-Tour war man übrigens schon etwas genauer. Zwei Wochen später wollte der Beamte meinen Ausweis sehen und glich den Namen mit dem auf dem Dokument ab. Das Dokument, das man selbst ausfüllt wohlgemerkt. Irgendwie schien mir das ganze nicht ganz durchdacht und mit etwas &quot;Dreistigkeit&quot; und einem entspannten Verhältnis zu Regeln hätte wohl jeder nach Belgien oder Frankreich reisen können. Besonders daher, da es bei allen Touren bei dieser einen Kontrolle blieb. Weder nach Frankreich, zwischen Frankreich und Belgien und auch später nicht im (angeblich) abgeriegelten Luxemburg wurde kontrolliert, wo ich mich bei den Touren immer gerne mit einem kleinen Nachschub an Tabakwaren eindecke und das Auto betanke.&amp;nbsp; 
 Dankbarkeit für dieses Privileg 
 Diese Tour – unfreiwillig die erste seit einem halben Jahr – fühlte sich an wie ein Tag Urlaub. Urlaub in Zeiten, in denen man keinen Urlaub machen durfte. Ein Ende der Reisebeschränkungen lag am 7.5. noch in weiter Ferne. 
 Ein Teil der Strecke verläuft günstigerweise abseits von Autobahnen und macht jede dieser Fahrten kurzweilig und angenehm. Außerdem gibt es angesichts der Vielfalt an schönen Gebäuden und der wechselnden Natur immer etwas zu entdecken. Ich war vom ersten bis zum letzten Augenblick dankbar für das Privileg und genoss Landschaft und das gute Wetter. Noch mehr als bei den üblichen Fahrten; weil es sich wie ein Neuanfang anfühlte und eine gewisse Selbstverständlichkeit verloren hatte. 
 Eine entspannte Fahrt und viel Normalität in nicht ganz normalen Zeiten 
 Auf der Fahrt hörte ich wie immer ein spannendes Hörbuch und freute mich schon seit den ersten von knapp 800 Kilometern auf ein paar Köstlichkeiten, die ich mir traditionell beim ersten Stopp im kleinen Ort Louveigné gönne: In der Boulangerie „Maréchal“ gibt es Brote, Kuchen, belegte Baguette, und alles ist hausgemacht und unglaublich lecker. Erst kürzlich habe ich erfahren, dass die Boulangerie seit ein paar Jahren von einem jungen deutschen Paar geführt wird. Aber nicht dieser Umstand, sondern die Qualität und der Geschmack der Backwaren sollten jeden veranlassen, einmal einen Besuch zu machen, wenn man in der Nähe ist. Ich kann es wärmstens empfehlen. Meine Favoriten sind die traditionellen Reis-Törtchen, Mini Pudding-Windbeutel und das Baguette „Dagobert“, ein Klassiker in dieser Region. 
 Die Fahrt durch die Champagne verläuft größtenteils über Dörfer und Felder. Es gibt überall die Möglichkeit kurz anzuhalten und bei einem Winzer Champagner zu kaufen. Trotz der Ausgangsbeschränkungen für Franzosen, die menschenleere Straßen zur Folge hatten, merkte man der Region die Besonderheit der Zeit nicht an. In den größeren Städten mag das sicher anders ausgesehen haben, als in Dörfern, in denen grundsätzlich nicht so viele Menschen unterwegs sind. 
 Auf dem Rückweg machte ich wie immer einen kurzen Stopp in Bohey, Luxemburg. Mit allerlei lasterhaftem Gepäck (neben den angesprochenen Zigaretten auch immer mal ein paar leckere Brau-Spezialitäten) ging es dann nach einem entspannten Tag auf dem letzten Teil der Reise nach Frechen zurück. Einer Reise, die für ein Gefühl von Normalität sorgte in einer nicht ganz normalen Zeit. 
 Folgend paar Bilder der ersten Touren in Zeiten von Corona:    
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 Ich hoffe, Ihnen hat der kleine Tour-Bericht gefallen. 
 Liebe Grüße - und bleiben Sie alle gesund 
 Michael 
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                            <updated>2020-05-04T15:00:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Begegnung in Saint Maur des Fossés - ein schier unglaublicher Zufall</title>
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                                            Ich wollte nur Rüttelpulte kaufen und dann wurde ich vollkommen überrascht...
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                 Wie schon angekündigt, möchte ich hier eine Geschichte erzählen, die ich schon viele Male erzählt habe und die mich immer wieder in Erstaunen versetzt, wenn ich an sie denke. 
 Rüttelpulte zu kaufen - nur an Selbstabholer in der Nähe von Paris 
 Vor einigen Jahren entdeckte ich ein Angebot mit sinngemäßer Überschrift im Internet: Ein gewisser Ludovic A. verkaufte  historische Rüttelbretter  und  Rüttelpulte . Er hatte einige  Champagner-Regale , die ich unbedingt  kaufen  wollte, zumal schon damals der Markt relativ leer gefegt war. Der Preis war absolut in Ordnung, insofern war es ein untergeordnetes Problem, dass Ludovic nicht - wie sonstige gelegentliche Anbieter - in der  Champagne  beheimatet war, sondern im wesentlich weiter entfernten Saint-Maur-des-Fossés. Dieser Ort liegt im südöstlichen Bereich des &quot;Speck-Gürtels&quot; von  Paris  und hat knapp 75.000 Einwohner. 
 Im Gegensatz zu den meisten anderen Franzosen, auf die ich in den letzten Jahren in  Frankreich  getroffen bin, sprach Ludovic kein einziges Wort Englisch, was die Kommunikation erschwerte und auf E-Mails beschränkte, in denen ich mich eines Online-Übersetzers bediente. Ich habe mich in der Schulzeit leider für Latein entschieden und meine &quot;Brocken&quot; Französisch waren zu der Zeit noch limitierter, als sie es auch heute noch sind. 
 In dieser Zeit habe ich häufig auf Reisen Mitfahrer über ein Mitfahr-Portal mitgenommen. Hier gab es wirklich interessante bis außergewöhnliche Begegnungen, über die ich vielleicht auch einmal erzählen werde. Bei Frankreich-Reisen beschränkte ich mich immer auf die Hin-Fahrt. Einmal jedoch - an jenem Tag - bot ich auch eine Rückfahrt an, da die Route Paris-Köln zu der Zeit sehr beliebt war. Auch wenn es inzwischen Spätherbst und damit nicht gerade die &quot;Top-Reisezeit&quot; war. Der Mitfahrer sollte eigentlich erst auf der Rückfahrt zusteigen, doch es ergab sich, dass er zu früh im Norden von Paris war und ich beschloss, ihn vor der Abholung der  Champagner-Regale  einzusammeln. Ich erinnere mich noch, dass es sich um einen sehr smarten Studenten mit marokkanischen Wurzeln handelte, der mit seinem Notebook auf der Fahrt an einer App arbeitete, die er programmierte. Zudem sprach er fließend Deutsch und Französisch; und vermutlich noch weitere Fremdsprachen. 
 Die Fahrt nach SMDF war sehr kurzweilig und nach einer längeren Fahrt durch verschiedene typischen &quot;Vorort-Wohngebieten&quot; der überraschend großen Stadt und vorbei an hunderten Menschen auf den belebten Straßen, kamen wir schließlich in einem ruhigen Ein-Familienhaus Wohngebiet an, in der wir das Haus von Ludovic fanden. Leider war dieser aber überhaupt gar nicht nicht zuhause! Wir klingelten mehrfach. Niemand öffnete. 
 Mitfahrer erweist sich als Glücksfall 
 Dem Zufall - oder besser gesagt dem Mitfahrer - sei dank, konnte ich ihn anrufen und fragen, warum er nicht wie verabredet zuhause ist. Ludovic musste kurzfristig ins Krankenhaus. Nicht als Patient, wofür ich Verständnis gehabt hätte. Er war Krankenpfleger und erfuhr morgens, dass er arbeiten musste. Warum er mir noch nicht einmal eine Mail schickte, weiß ich bis heute nicht. Aber nachdem er später wiederholt versuchte, mir ganz schlechte Qualität und selbst (leider schlecht) restaurierte  Champagner Rüttelpulte zu verkaufen , zweifelte ich erneut an seinem Charakter und brach irgendwann den Kontakt ab. 
 Ludo, wie er sich selber nannte, entschuldigte sich und bat uns - den Mitfahrer und mich - seinen Nachbarn links neben seinem Haus zu kontaktieren. Sollte das sein &quot;Notfall-Plan&quot; gewesen sein, so hat er ihn ganz sicher nicht komplett durchdacht und schon gar nicht mit seinem Nachbarn besprochen. Uns wurde in jedem Fall nicht geöffnet. Nebenan war niemand zuhause. Als Alternative schlug er dann den Nachbarn rechts neben seinem Haus vor. Auch hier wurde die Türe nicht geöffnet. Nachdem schließlich auch der Nachbar zwei Häuser weiter nicht anzutreffen war, bat er uns schräg gegenüber zu klingeln. Seine letzte Option. Es war - im Gegensatz zu den Häusern auf der anderen Straßenseite - ein etwas 20 Meter nach hinten von der Straße weg versetztes Haus, von dessen Eingangstüre ein Kiesweg zum Tor führte, vor dem wir standen. Wir betätigten die Klingel mit dem Namen &quot;Garcia&quot;, den Ludovic uns genannt hatte. Ludovic kannte diesen Nachbarn nur flüchtig. Ein junger Mann, G. Garcia, öffnete zunächst die Türe und kam dann, gefolgt von zwei kleinen Kindern, zu uns zum Tor am Zaun. Mein Mitfahrer erklärte kurz die Situation und übergab ihm das Telefon, damit Ludo seinem Nachbarn die Situation erklären konnte und vor allen Dingen wie er ins Haus kommt. So dass wir an die  Rüttelpulte  gelangten und Ludo wiederum über Herrn Garcia das Geld dafür erhalten würde. Das Öffnen der Türe klappte übrigens ganz ohne Schlüssel. Das Geheimnis war ein lockerer Glaseinsatz der Butzenscheibe an der Türe. 
 &quot;I know you!&quot; 
 Als die Türe geöffnet war, winkte uns G. in Ludos Haus. Wir hatten mit dem &quot;gebührenden&quot; Abstand gewartet. In dem Augenblick als ich durch die Türe in den dunklen Flur trat und gerade an G. Garcia vorbei ging, blickte er mich an und sagte vollkommen unvermittelt, zum ersten Mal Englisch sprechend: &quot;I know you! I have seen you before!&quot; 
 Ich erschrak ein wenig, denn der Moment war wirklich ein wenig gruselig. Erstens erwartete ich nicht, dass ich in einer Stadt, deren Existenz mir bis vor wenigen Tagen nicht bekannt war, jemanden treffen könnte, dem ich zuvor jemals begegnet wäre und zweitens hatte er sich einen Moment ausgesucht, in dem ich aus dem Hellen ins Dunkle trat und kurz kaum etwas - und ihn selber nur im Umriss - sehen konnte. Außerdem fehlte der Frage jede Leichtigkeit. Ich glaubte wahrscheinlich im ersten Moment, dass G. eine Schraube locker hätte. Sehr nett und hilfsbereit, aber ein wenig &quot;durcheinander&quot;. Vermutlich erwartete ich, dass er als Nächstes etwas von einer Seele spricht, die er aus einem anderen Leben kannte. So genau weiß ich es nicht mehr. Ich antwortete allerdings höflich, dass ich zum ersten Mal hier wäre und er mich wohl verwechselte. Aber er war sich sicher und sagte dann, wir wären uns im Sommer in Italien im Urlaub begegnet. Meinen Sommerurlaub verbrachten wir allerdings in Norwegen, was ich ihm erklärte. Ich hätte wohl einen Doppelgänger. Oder ein Allerwelts-Gesicht. Er widersprach mir und ließ keinen Zweifel daran, dass ich mich irrte. Ende Mai oder Anfang Juni wäre ich in der  Toskana  gewesen. In einem kleinen Dorf in den Bergen unweit von  Florenz . Der Name fiel im nicht mehr ein. Seine Kinder hätten mich auch erkannt. Ich hätte einen schwarzen Hund dabei gehabt und wäre alleine gewesen. Schwarzer Hund!?  Nero ?? Jetzt musterte ich ihn genauer und versuchte in meinen kurzzeitig verwirrten Erinnerungen eine Übereinstimmung zu finden. 
 Schlagartig erinnerte ich mich daran, dass ich 1 Nacht (!) in einem Dorf nördlich von  Pistoia  (das liegt ca. 40 KM westlich von Florenz) in einer kleinen Pension übernachtet hatte. Wie immer war Nero bei mir! Aber ich hatte dort eigentlich nur Kontakt zu Einheimischen. Ich war dort allerdings nicht wirklich im Urlaub, sondern unterwegs nach  Montalcino , um auf einer (urlaubhaft schönen) Kurzreise leckeren Wein zu kaufen. Leckeren &quot;einfachen&quot; Wein und richtig hochwertigen Wein. Also einmal einen Wein, den man jederzeit wunderbar trinken kann und dann noch verzüglichen lagerfähigen Wein, den berühmten  Brunello di Montalcino . Den kann man natürlich auch wunderbar trinken. Aber ein Wein, der eben preislich mit guten  Champagner  mithalten kann und den man insofern nicht &quot;jederzeit&quot; trinkt. Der  Wein  für den besonderen Moment sozusagen. Solche Weine kauft man - gerade in größeren Mengen - am besten vor Ort. Denn dann kann man die aktuellen Jahrgänge vor Ort ausgiebig kosten. Ein großes Vergnügen in einer Fattoria wie der  Fattoria dei Barbi . Daher war ich damals vor Ort. Und deswegen hatte es mich zu dieser Zwischenstation verschlagen. 
 Jetzt erinnerte ich mich. Beim Frühstück kam eine nette Familie mit zwei kleinen Kindern in den Frühstücksraum, die Nero streicheln wollten. Wir sprachen vielleicht 3 Sätze. Das ganze war inzwischen über 6 Monate her. Und Nero war heute gar nicht bei mir. Die Begegnung fand im Bergdorf San Mommè (auch Samommè) statt. Dieses Dorf hat laut Wikipedia 176 Einwohner und ist nur über einen abenteuerlichen Serpentinen-Anstieg zu erreichen. 
 Wir waren beide vollkommen überwältigt von diesem Zufall. Er versicherte, dass er mich sofort nach dem Öffnen der Türe erkannte - aus gut 20 Metern Entfernung - und sich wunderte, was der Mann vor seiner Haustüre wollte, den er Monate zuvor kurz in einer Berg-Pension in  Italien  getroffen hatte. 
 Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? 
 Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein  Franzose  und ein  Deutscher  sich innerhalb eines halben Jahres zweimal begegnen: In einem 176 Seelen Dorf und später in einem über 1000 KM entfernten Ort mit 75,000 Einwohnern. Und das auch nur deswegen, weil Ludovic kurzfristig zum Dienst gerufen wurde und 3 (!) seiner Nachbarn an diesem Freitag Nachmittag nicht zuhause waren? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich nach einer eher beiläufigen Begegnung überhaupt wieder erkennt. Das beruhte ja auch in diesem Fall keineswegs auf Gegenseitigkeit. 
 Irgendein Bekannter berichtete mir mal, dass er einen Arbeitskollegen auf  Mallorca  getroffen hatte. Ein anderer hatte einen Kollegen oder Bekannten in  Barcelona  getroffen. Ja, sicher, das sind natürlich auch große Zufälle. Aber in unserer Region in und um Köln herum, kommen viele Menschen zusammen, und viele Menschen fahren in Metropolen wir Barcelona oder zur Mutter des Massen-Tourismus nach Mallorca. Das trifft allerdings absolut nicht auf Orte wie  Saint Maur  oder  San Mommè  zu. Außerdem kamen in beiden Fällen meiner Bekannten die Beteiligten aus der gleichen Gegend und der Zufall &quot;schlug folglich nur an einem Ort zu&quot;. 
 Der tiefere Sinn... 
 Welche höhere Macht wollte uns was damit sagen!? Herr Garcia und seine Familie (er und seine Frau sind beide studierte Physiker und weit weg davon, an unerklärliche Phänomene zu glauben) luden mich spontan ein, beim nächsten Mal, wenn ich bei Ludovic  Champagner-Regale kaufen  würde, bei ihnen zu Abend zu essen und dort zu übernachten. 
 Das tat ich dann auch ein paar Wochen später. Auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder brachte ich diesmal Nero mit. Zur Begrüßung gab es &quot;echte&quot;  Macarons  von  Pierre Herrmé  aus Paris, die ich sowohl vorher und als auch nachher nicht wieder in derart wohlschmeckender Qualität genossen habe. G. und ich holten später gemeinsam die Kinder von der Schule ab, und seine Frau bereitete klassisches  Raclette  vor, wie es in  Frankreich  gegessen wird. Wie auch beim  Schweizer   Original  wird nur der Käse erwärmt. Dazu werden vorgekochte Kartoffeln und verschiedenen italienischen Wurst Spezialitäten serviert. In  Frankreich  gibt es übrigens eine riesige Auswahl an Raclette Käse, von denen einige zur Auswahl standen. Während des ausgezeichneten Abendessens berichtete G., dass er am Freitag nach unserer Begegnung vor seinem Haus zum ersten Mal in seinem Leben Lotto gespielt hätte. Ob er zuvor ausgerechnet hatte, dass die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns der unseres Wiedersehens gleich kam, entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings ist er ja Physiker und kein Mathematiker. Genau wie er beim Glücksspiel konnten wir auch keinen Erfolg erzielen bei dem Versuch, Gemeinsamkeiten und &quot;Gründe&quot; für diesen Zufall zu finden. G. Garcia war zwar großer Anhänger von Sven Väth, einem deutschen Techno-Musiker und DJ. Aber das war auch sein einziger Bezug zu Deutschland. Und in der Beantwortung der Frage wenig hilfreich, da ich mit Techno wenig anfangen kann. Auch wenn ich Väths größten Erfolg,     Electrica Salsa    , natürlich aus meiner Jugend kenne. 
 ...bleibt bis heute verborgen 
 Es gab einfach weder Gemeinsamkeiten und keinen erkennbaren übergeordneten Grund. Aber es war natürlich trotzdem ein wunderschöner Abend bei gutem Essen und gutem Wein in sehr netter Gesellschaft. Mannchmal gibt es keinen erkennbaren Grund und keine Erklärung für eine besondere Begebenheit. Auch wenn man es sich wünscht - vielleicht aufgrund eines unterdrückten Glaubens, den man sich nur selten eingestehen möchte -, ist am Ende zuweilen alles einfach nur ein großer Zufall. 
 Leider haben wir den Kontakt nicht gehalten. Auch haben wir uns nie wieder gesehen. Aber wir haben uns noch ein paar freundschafliche E-Mails geschickt. Und wer weiß: Vielleicht sieht man sich irgendwann an einem dritten Ort. Dann werde ich sofort berichten ;-).    
 Ich hoffe, Ihnen hat diese (absolut wahre) Geschichte gefallen. Über Kommentare als  Nachricht  würde ich mich sehr freuen! Über Eure eigenen Geschichten zum Thema &quot;Zufall&quot; noch umso mehr. Zu diesem Thema gibt es übrigens ein wunderbares Büchlein eines meiner Lieblingsautoren,  Paul Auster :  Das rote Notizbuch . In diesem kleinen und gleichzeitig großartigen nicht-fiktiven Buch, das 1993 veröffentlicht wurde, erzählt Auster die Geschichten einer Reihe von Zufällen aus seinem Leben. 
 Ich habe zufällig ein Video gefunden, in dem ein junger Mann dieses Buch mit wenigen Worten sehr gut beschreibt. Ich habe es     hier     für Sie verlinkt. 
  Liebe Grüße - und da heute Rosenmontag ist: Dreimal Kölle Alaaf 
 Michael 
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                 Hier möchte ich von Zeit zu Zeit ein paar Impressionen und Gedanken &quot;los werden&quot;. 
 Dies kann besondere Aktionen betreffen - aber es können auch schlicht und einfach schöne Fotos von  Champagner -Reisen und Erzählungen von besonderen Erlebnissen sein. Im Augenblick mache ich - solange es das kleine Lager zulässt - eine Einkaufs-Winterpause. Spätestens im März wird es dann wieder los gehen mit den schönen Tages- oder Wochenendreisen in die  Champagne , um dort  Rüttelbretter  zu kaufen . 
 Bis dahin werde ich vielleicht die ein oder andere Geschichte erzählen, die es wert ist gelesen zu werden. Zum Beispiel von einem sehr großen Zufall, den ich erleben durfte und der wirklich unglaublich ist. Ich hoffe, Sie werden mir dann aber trotzdem glauben ;-). 
 Haben Sie einen schönen und kalten Februar. 
 Beste Grüße 
 Michael Ditzel   
 PS: Die Kommentarfunktion ist nicht aktiv, weil dann immer alles im Internet landet ;-) 
 Aber ich würde mich sehr über Kommentare und Hinweise oder Ergänzungen zu meinen Beiträgen freuen - ganz einfach über eine     Nachricht    . 
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